Akupuntur

Akupunktur – Traditionelle Chinesische Medizin.

Bereits im Studium 1982 habe ich eine Ausbildung in Traditioneller chinesischer Medizin (TCM) und Akupunktur in Sri Lanka erhalten. Damals konnte man noch nicht die TCM in den westlichen Ländern studieren, zum Glück ist das heute viel einfacher. Nach der Facharztzeit in der Klinik habe ich alle Akupunkturdiplome und schließlich die Zusatzbezeichnung Akupunktur erworben.

 Die TCM sieht den Menschen grundsätzlich als Mikrokosmos der Natur, ein kleines Universum, das nach den Spielregeln der Natur funktioniert und nicht über ihr steht.

Nach dieser Philosophie sind alle Aufgaben, die der Körper erfüllen muss, um zu überleben wie Atmung, Aufnahme, Verdauung und Ausscheidung von Nahrung sogenannten Funktionskreisen zugeordnet. Man nennt sie die „Fünf Elemente“, Holz, Feuer, Wasser, Erde und Metall. Jedem Element sind ein Speicher- und ein Hohlorgan zugeordnet, eine Jahreszeit, eine Farbe, eine Emotion, eine Himmelsrichtung, eine Geschmacksrichtung und vieles andere mehr. Ebenso können alle Beschwerden den Funktionskreisen zugeordnet werden, es kann nur einer oder auch mehrere betroffen sein. Im Mittelpunkt steht das taoistische Konzept von Yin und Yang, das wohl bekannteste Symbol der chinesischen Lehre und Medizin. Es repräsentiert gegensätzliche Eigenschaften, die sich aber nicht wie in der westlichen Medizin ausschließen.

Alles hängt zusammen, ergänzt sich, hängt voneinander ab, verbraucht sich, wandelt sich ineinander um und in jedem Yin ist auch etwas Yang und umgekehrt. Der Tag ist Yang, die Nacht ist Yin, im Tagesablauf ist der Morgen Yang, der Abend eher Yin, aber der späte Abend ist mehr Yin als der frühe Abend. So gäbe es endlos viele Beispiele, da alles im Universum nach diesem Prinzip einander zugeordnet ist.

Bei der Erstellung einer chinesischen Diagnose, wird nicht nur der Zustand der Funktionskreise beurteilt, sondern ob das Verhältnis zwischen Yin und Yang in allen Bereichen ausgewogen ist. Die alles antreibende Kraft hinter dem Ganzen ist das sogenannte „Qi“, das sowohl materiell als auch energetisch sein kann.

Solange das Qi frei im Körper und im Geist zirkulieren kann und Yin und Yang in allen Funktionskreisen ausgewogen sind, ist der Mensch gesund. Schmerzen werden zum Beispiel immer als Stau des Qi verstanden und können daher besonders gut mit Akupunktur behandelt werden, da die Nadeln das Qi bewegen.

Wenn ein Pathogen (ein krankmachender Faktor wie Kälte, Hitze oder Stress) den Menschen angreift wird der Mensch krank oder bekommt Beschwerden.

Man nimmt an, dass circa 80 Prozent aller Beschwerden in einer Frauenarztpraxis funktioneller Natur sind. Das bedeutet, dass  die Patientin leidet, aber bei  allen Untersuchungen werden keine schweren Erkrankungen  gefunden. Hier hat mir die chinesische Diagnose schon oft geholfen, zu verstehen was der Patientin fehlt. Die chinesische Methode sucht immer nach dem Muster. Jeder Mensch ist individuell einzigartig, doch gibt es ähnliche Typen entsprechend den Elementen, die Menschen reagieren zum Beispiel unterschiedlich auf Stress. Die eine Frau bekommt Migräne, eine andere eher Bauchweh, das heißt die Konstitution gibt auch vor, wie jemand erkrankt.

Es können auch zwei Menschen das gleiche Symptom haben, aber eine andere Behandlung benötigen. So kann ich mit beiden Methoden herausfinden, was zu tun ist, manchmal reicht es auch zu verstehen, woher die Probleme kommen und die Patientin weiß selbst, was zu tun ist.

Dies ist nur ein kleiner Einblick in die Welt der traditionellen chinesischen Medizin, die man wunderbar ergänzend zur Schulmedizin anwenden kann.

Wer mehr wissen möchte kann vielleicht mit diesen Literaturvorschlägen etwas anfangen.
Harriet Beinfeld /Efrem Korngold
„Traditionelle chinesische Medizin“
DTV
     
TAO-Spirituelle Wege
Knaur-Verlag ISBN 3-246-86051-1

Giovanni Macioca
Die Grundlagen der chinesischen Medizin
Verlag für ganzheitliche Medizin ISBN 3-927344-07-9

L.Cooper
Der Weg des Tao
Rororo ISBN 3-499-60110-9

Yin und Yang
Frank Fiedler
Dumont Verlag  ISBN N3-7701-2901-6

Chinesische Medizin
Paul Unschuld
Becksche Reihe ISBN 3-406-41056-1

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